Am 3.2. war es dann bereits bei uns soweit: Unsere Letizia hat sich etwas ungewöhnlich auf den Weg zu uns gemacht.

Bereits seit der ca 34. Ssw hatte ich ca. alle 3-4 Tage schon starke Kontraktionen, die jedoch immer unregelmässig waren und grosse Abstände dazwischen hatten. Dies war aus verschiedenen Gründen eine besonders stressige und belastende Zeit für mich da ich wusste, dass wir für eine Geburt in unserem Spital der Wahl in Leuggern mindestens 36/0 erreichen müssen. Ausserdem hat Thomas zu dieser Zeit in Luzern gearbeitet und hätte einen Fahrtweg von mindestens 1,5 h gehabt. All das war für mich sehr belastend. Mit natürlichen Wehenhemmern und anderen Hilfsmitteln sind wir dank unserer tollen Hebamme dann doch bis zu 37/1 gekommen ;-). In dieser Zeit habe ich die verschiedenen Atmungen und die Regenbogenentspannung sowie andere Übungen von der CD angewandt welche mir sehr geholfen haben. Ebenso hat mir das Schwangerschaftsyoga sowie die Musik dazu verholfen mich auf meine innere Stärke zu besinnen und völlig loszulassen.

 

Am Abend des 2.2. also nutzten wir die Zeit noch einmal für einen gemütlichen Abend auf dem Sofa. Als ich schliesslich in einer Werbepause um ca. 20:30 Uhr aufstand um wieder einmal zur Toilette zu gehen, spürte ich plötzlich wie eine Flüssigkeit unkontrolliert mein Bein hinunterfloss. Da es keine grosse Menge war waren wir uns zunächst unsicher, ob das nun wirklich Fruchtwasser ist und damit die Geburt bevorsteht. Zumal ich ja schon öfters Kontraktionen nachts und auch tagsüber hatte, die letzten zwei Tage aber völlig ruhig waren und ich sehr gut schlafen konnte.

Nach einem kurzen Moment der Panik rief ich meine Beleghebamme an um mich mit ihr zu besprechen. Wir einigten uns darauf, dass es wohl zur Sicherheit besser wäre wenn sie kurz nach unserem kleinen Engel schaut. Sie untersuchte mich und schrieb ein kurzes CTG mit dem Ergebnis, dass die Fruchtblase wohl eine kleine Öffnung relativ weit oben haben muss was jedoch auch wieder verkleben kann und somit die Geburt noch Tage dauern könnte. Unserer Kleinen ging es jedoch sehr gut worauf wir vereinbarten zunächst abzuwarten und allenfalls noch einmal zu telefonieren falls sich etwas verändert. Thomas versuchte Brisanz aus der Situation zu nehmen und meinte unsere Kleine wird sich noch Zeit lassen. Für mich war es allerdings etwas schwer abzuschalten nach dem häufigen hin und her der letzten Tag war nun wieder eine ungewisse Situation. Also beschlossen wir nach dem die Hebamme sich um ca. 22 Uhr auf den Heimweg machte schlafen zu gehen. Wir legten uns ins Bett und ich versuchte mich mit der Regenbogenentspannung und Musik zu beruhigen. Aber irgendwie war ich sehr unruhig wenn auch jederzeit zuversichtlich, durch meine Affirmationen und in Vorfreude auf die Geburt unserer kleinen Tochter. Jedoch schlief ich bzw ruhte ;-) sehr unruhig worauf Thomas beschloss ins Gästezimmer umzuziehen.

Ich bemerkte weiterhin wie ständig bei jedem aufsitzen etc weiter Fruchtwasser abging und wechselte alle paar Minuten die Einlagen. Irgendwann wurde mir klar: die Geburt steht bevor.

 

Um 23:30 Uhr fingen die ersten starken Wellen an. Nach mehreren Wellen die ich mit der Wellenatmung sehr gut veratmen konnte, beschloss ich mal die Abstände zu beobachten. Die Wellen kamen bereits alle 3-4 Minuten und waren sehr intensiv, was mich sehr erstaunte ähnlich wie bei Simone. Ich beobachtete die Situation um sicher zu gehen nicht wieder nur vorzeitige Kontraktionen zu haben. Nach einer halben Stunde war ich mir sicher nicht länger warten zu wollen. Auf dem Gang traf ich auf Thomas der mich nur ungläubig anschaute und nicht realisierte, dass nun wohl DER Zeitpunkt gekommen war. Ich bat ihn doch bitte endlich das Auto raus zu fahren und die Tasche einzupacken sowie die Hebamme zu informieren, dass wir uns auf den Weg in die Klinik machen.

Die Fahrt in die Klinik fand ich sehr unangenehm da ich mich nicht bewegen konnte und sitzen nicht so super war.  

 

Um 0:30 Uhr kamen wir im Spital Leuggern an. Zu unserer Überraschung war es wohl ein guter Zeitpunkt auf die Welt zu kommen, da alle 3 Gebärsäle belegt waren. Ich war jedoch etwas in Sorge, dass die einzige Badewanne besetzt sein würde. Denn ich war mir sicher so schnell wie möglich ins warme Wasser zu wollen um noch die letzte Anspannung loswerden zu können. Doch wir hatten Glück und einer wurde bereits gereinigt. Leider mussten wir dennoch ein paar Minuten warten ehe wir in den Saal konnten. Es verging aber doch sehr schnell, da die gefühlte Zeit mit den Wellen rasend schnell vorbei ging. Angekommen im Zimmer stand zunächst das Eingangs CTG (30 min) an was ich als sehr unangenehm empfunden habe, mich unter derartig starken Wellen, nicht bewegen zu können und liegen zu müssen. Die Untersuchung ergab eine Öffnung von gerade einmal 4cm. Kaum auf der Liege musste ich Erbrechen was sich auch fast die ganze Geburt hinzog. Die Wellen waren so stark, dass ich richtig spürte wie sie meinen Magen reizten und damit eben dann das Erbrechen folgte. Allerdings muss ich sagen dass ich es nicht als sehr störend empfunden habe ich war so bei mir und meinem Körper und mit der Atmung beschäftigt dass es mich nicht sonderlich hinderte. Die einzige Schwierigkeit lag darin dass die Wellen und das Erbrechen meist gleichzeitig auftraten und ich mich so noch mehr auf die Atmung konzentrieren musste. Als die Eingangsuntersuchung dann endlich vorbei war was mir unter den Wellen ewig vorkam durfte ich endlich in die Wanne, da meine Hebamme bereits alles vorbereitet hatte. Darüber war ich sehr froh und ich freute mich auf eine sanfte Wassergeburt. Von dem Zeitpunkt an waren wir wirklich alleine wie ich es mir auch gewünscht hatte. Die Wellen setzten sich so fort und wie auch S. (Anm. andere Kursteilnehmerin der selben Gruppe) hatte ich kaum Pausen und Zeit für eine Ruheatmung. Die Wärme half mir jedoch auch die letzte Anspannung los zu lassen und ich liebte die Bewegungsfreiheit die mir das Wasser ermöglichte. Schliesslich wurden sie dann sehr stark und ich dachte das könnte ja noch gar nicht sein, dass sie nun schon raus will, ich bin doch gerade erst in die Wanne gestiegen. Ab diesem Zeitpunkt war ich dann auch laut ;-). Es folgten ca. 3 sehr starke Wellen und ihr Kopf war geboren. Auf Nachfragen der Hebamme berührte ich ihn und war total gerührt meine Tochter das erste Mal berühren zu können. Nach einer letzten Welle war sie geboren und ich konnte was ich mir sehnlichst gewünscht hatte meine Tochter mit kleiner Hilfe der Hebamme selbst empfangen und auf meine Brust legen. Da war sie da unser kleiner Engel Letizia Mara in nur nicht einmal 3 Stunden! Sie war so entspannt und ruhig, und da kam ihr erster Schrei und der war wunderschön. Ich fühlte mich in einem Zustand den ich nie zuvor erlebt hatte, so eng verbunden in tiefer Liebe mit einem anderen Menschen. Und stolz super als Team zusammengearbeitet zu haben. Wann immer ich einen Druck nach unten verspürte habe ich mit schieben können. Die Hebamme liess uns auch die Nabelschnur anfassen und wir spürten wie sie noch pulsierte, das pure Leben. Wir hatten die Chance uns in Ruhe zu beschnuppern und einfach nur die Nähe zu geniessen bis nach dem Auspulsieren der Nabelschnur dann die Nachgeburt und die Versorgung der Verletzung anstand. Auch die Plazenta hat mir die Hebamme in Ruhe erklärt und gezeigt was ich sehr spannend fand. Die Verästelung der Gefässe mit denen unsere Kleine im Bauch versorgt wurde gleicht den Ästen eines Baumes und erinnerte mich wieder daran wir natürlich eine Geburt ist. Leider ging es nicht ganz ohne Verletzung da ich durch die frühzeitigen Kontraktionen das Gewebe nicht vorbereiten durfte. Jedoch hielt es sich sehr in Grenzen und wurde super versorgt und ist mittlerweile sehr gut verheilt. Die Zeit im warmen Wasser hatte eben auch nicht ausgereicht.

Der Arzt kam zu spät da niemand mit einer solch schnellen Geburt bei einer Erstgebärenden gerechnet hatte, wobei unsere Hebamme schon ein gutes Gespür hatte.

Während der ganzen Geburt wollte ich keine Musik oder sonst etwas. Meine Augen waren die ganze Zeit geschlossen und ich war nur im Einklang mit mir, meinem Körper und unserer Tochter.

 

Trotz der 3 Wochen zu früh was ja noch gerade als termingerecht gilt, ging es ihr super sowie während der ganzen Zeit der Geburt. Sie wog 2970g und war 46cm gross.

 

Soviel zu unserer wunderschönen Geburt.

"Die Hebamme liess uns auch die Nabelschnur anfassen und wir spürten wie sie noch pulsierte, das pure Leben. Wir hatten die Chance uns in Ruhe zu beschnuppern und einfach nur die Nähe zu geniessen."

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Sara Baumann
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Ich bin Sara Baumann.
Schwangerschaft, Geburt, Stillen und Babyschlaf sind meine Herzensthemen. Als zweifache Mutter, Ganzheitliche Geburtsvorbereiterin, Schlaf- und Stillberaterin und Kinesiologin mit über 15 Jahre Erfahrung begleite ich Familien von Anfang an, liebevoll und kompetent. 

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